Klarheit

Gerade in diesen Tagen nach den Ereignissen in Chemnitz und deren Aufarbeitung ist mir das Wort Klarheit in seiner Bedeutung wieder sehr wichtig geworden. In der öffentlichen Diskussion hat es daran vielfach gemangelt. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass hier zum Teil bewusst mit diffusen Andeutungen und unklarer Kommunikation gespielt wurde. Das war irreführend und in mancher Hinsicht auch verantwortungslos. Denn Verschleierung oder Spekulationen stiften Verunsicherung und schüren Ängste; das wird gefährlich, wenn man dadurch Aggressionen und Gewalt legitimiert sehen will. Erst Klarheit gibt Orientierung und ermöglicht sinnvolles Handeln.

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Was hat das Thema Klarheit mit mir und meiner Tätigkeit zu tun?

Oft liegt das Nicht-Gelingen eines Vorhabens in der mangelnden Klarheit, die wir darüber haben. Ein Blick von außen kann dabei helfen, aus den vielen Fäden, die uns beschäftigen, ein stimmiges Ganzes werden zu lassen, ein Buch zum Beispiel. Vieles wird erst möglich, wenn uns klar wird, was wir erreichen wollen und wo wir im Moment stehen. Auch wenn wir uns dabei von der einen oder anderen Illusion verabschieden müssen, zum Beispiel eine lieb gewordene Figur loslassen müssen oder feststellen, dass ein ungeliebter Protagonist plötzlich doch unverzichtbar für die Handlung wird.

Eine stimmige Selbstverortung des Autors, der Autorin zu ermöglichen und immer wieder seinen/ihren Blick auf das Ganze zu schärfen – beides sind ganz zentrale Elemente bei meiner Arbeit mit Autoren.

Mein Selbstverständnis als Autorenberaterin möchte ich daher heute so formulieren: Ich will mit meinen Möglichkeiten helfen, der Klarheit im Prozess des Schreibens zu dienen.

 

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